Eine stimmige, harmonisch ausbalancierte Geschichte in schlichter, eleganter Sprache - aber auch eine Parabel, ein poetisches Lehrstück.
— WDR 5
Fantasien D HC 1.jpg

Jeder Phantàsier möchte einmal im Leben die Stadt Mangarath besuchen. Schon aus der Ferne sieht man sie glänzen, und am Stadttor wird der Reisende von einem vielstimmigen Glückschor empfangen. Dahinter locken noch viele weitere Attraktionen: die wohltuenden Klangthermen etwa, der sagenhafte Geräuschdom und vor allem ein allabendliches Feuerwerk hoch oben am Himmel über Phantàsien.

Vor Jahren wurde Mangarath von den Stierwächtern errichtet, um Phantàsien für immer gegen das Nichts zu schützen. Warum aber gibt es immer wieder vereinzelt Stimmen, die behaupten, Mangarath sei Phantàsiens größte Gefahr? 

Als Nadil, ein Schmetterlinger, mit seinen Freunden in der Stadt eintrifft, um bei den dort ansässigen Sternputzern Sternenstaub zu kaufen, erliegt er zunächst den Verlockungen von Mangarath. Doch bald stellt er fest, daß mit Mangarath einiges nicht stimmt. Die Stadt der Klänge und Töne ist nicht so heiter, wie es scheint. Warum darf neuerdings niemand mehr Kontakt zu den bisher frei umherfliegenden Sternputzern haben? Was steckt wirklich hinter den gleißenden, unheimlichen Lichterscheinungen, die jeden Abend den Himmel über Mangarath erhellen? 

Nadil und sein Freund Piri machen sich auf den Weg ins Herz von Mangarath und entdecken, daß das Nichts dort zwar besiegt wurde, jedoch zu einem furchtbaren Preis. Werden die Phantàsier den Mut haben, diesen Fehler zu korrigieren?

Äußerst phantasievoll und spannend geschrieben.
— TIP Berlin

Hintergrund und Entstehung

"Ich will eine Expedition nach Phantàsien ausrüsten. Du weißt doch: wenn dort keiner hinfährt, dann nimmt das Nichts überhand und Phantàsien verschwindet. Es ist jetzt über zwanzig Jahre her, daß Bastian dort gewesen ist. Wer weiß, was dort inzwischen alles passiert ist. Also: ich werde fünf oder sechs Autoren losschicken, damit die dort mal nach dem Rechten sehen ..."

So etwa habe ich Roman Hockes Idee für die "Legenden von Phantàsien" in Erinnerung. Es war im Frühjahr 2002, wir saßen in Rom in seinem Garten, tranken eine gute Flasche Rotwein aus Velletri und redeten über alle möglichen Projekte. 

"Also wenn das klappt, dann fahre ich mit", sagte ich damals ganz unbeschwert. Und ich muß wohl auch etwas von Engeln erwähnt haben, von denen ich mich schon immer gefragt hatte, ob sie überhaupt in Phantàsien wohnen. 

Ein halbes Jahr später flatterte ein Vertrag ins Haus. "Die Verschwörung der Engel." Roman von Wolfram Fleischhauer in der Reihe "Die Legenden von Phantàsien." Abgabetermin: in sechs Monaten. Ich dachte, ich sehe nicht recht.

"Ich schreibe doch keine Fantasy-Romane", sagte ich. "Das war doch nur so eine Schnaps- oder besser Weinidee. Ich kann da unmöglich mitmachen."

"Du mußt", lautete die Antwort. "Die anderen fünf stehen schon in den Startlöchern und rechnen fest mit dir. Du hast doch damals gesagt, daß Du mitfährst. Wenn du nicht mitmachst, ist das ganze Projekt gefährdet."

Na ja, dachte ich. Nichts zu machen. Worte erzeugen nun mal Wirklichkeiten. Auch weinselige. Wir erwarteten außerdem unser erstes Kind. Vielleicht war es also der richtige Zeitpunkt, sich einmal als Märchenerzähler zu versuchen? Aber wie beginnen? Und dann auch noch unter dem gigantischen Schatten von Michael Ende! Die Spielregel lautete zwar: keine Fortsetzung der "Unendlichen Geschichte" sondern eine eigenständig Erzählung aus der Welt Phantàsiens. Aber dennoch: natürlich würde man an Michael Ende gemessen werden, und sicher nicht nur an seinen Spielregeln. 

Nach einigem Nachdenken beschloß ich, nicht über Phantàsien zu schreiben, sondern über eine seiner Grenzen. In Michael Endes Geschichte gibt es die Welt der Menschen und die Welt der Vorstellungen. Aber gibt es nicht noch eine dritte:  Die Welt des Unvorstellbaren? Wie sieht es dort aus? Wozu dient sie? Wer wohnt dort? Und vor allem: Besteht nicht die Gefahr, das man das Unvorstellbare mit dem Nichts verwechselt? Ich las ein wenig über die Geschichte der Engel nach. Was für ein Verhältnis mochten sie zu Phantàsien haben? Und schon war ich mitten drin in der Geschichte...

Deutsche und Internationale Ausgaben:

  • HC: Droemer 2004 
  • TB: Knaur 2005 
  • Übersetzung: Japan (Softbank Pub.) 
  • Film & TV Rechte: Frei